BarrasMein erster Hund - zwischen Traumvorstellung und der harten Realität

 

 „Wenn ich ausziehe, möchte ich einen Hund haben, der dann mit meinem Pflegepferd, meiner besten Freundin und mir in den Wald kann zum Ausreiten.“ Ja, so habe ich mir das vorgestellt, und im Tierheim wollte ich auch nur einmal gucken:

Zack Zack und ich fand mich in meiner eigenen Wohnung, mit meinem damals 1-jährigen Dobermannrüden ´Barras´ auf dem Sofa wieder. Ich liebte diesen Hund von der ersten Sekunde an!

Nachdem wir viel an seiner Erziehung gearbeitet hatten, fuhren wir in unseren ersten Urlaub zu meinem Freund nach Stuttgart. Um Mitternacht - nach langem Stau - waren wir endlich da. Barras wollte sofort das Haus erkunden, sah plötzlich eine Katze und rannte los. Schreien war zwecklos, er versuchte noch vor der Balkontür zu stoppen, aber durch den Holzboden rutschte er direkt in eine Doppelglasscheibe, welche zu Bruch ging. Seine Nase war komplett zerschnitten, also fuhren wir sofort in die nächste Klinik, wo er notoperiert wurde. Das Fazit unserer ersten Urlaubes: 2 OPs, gefühlte 50 Nachuntersuchungen und 1.200Euro Tierarztkosten.

 Natürlich hatte ich mir für solch einen Notfall Geld zurückgelegt und die Rechnung wurde beglichen. Trotzdem schloss ich für meinen Tollpatsch lieber eine OP-Versicherung ab - nur zur Sicherheit.

Da konnte ich ja noch nicht ahnen, was innerhalb der nächsten 2 Monaten alles auf mich zukommen würde!

Nach einem unserer häufigen ausgedehnten Spaziergänge, bemerkte ich, dass Barras leicht schief ging und auch das Aufstehen fiel ihm immer schwerer. Ich machte mir Sorgen und ging mit ihm zum Tierarzt. Bei der gestellten Diagnose wurde mir übel: "Ihr Hund hat eine beidseitige Hüftdysplasie schwersten Grades." Ich konnte es nicht fassen – nach gerade mal 3 Monaten bei mir, so ein Befund bei so einem jungen Hund!

Ich rief bei meiner OP-Versicherung an, um die Operation anzumelden, doch man teilte mir mit: "Hüftschäden deckt unsere Versicherung nicht ab, das sind erblich bedingte Krankheiten, da würden wir uns ja dumm und dämlich zahlen". Ich wendete mich an Barras´ altes Tierheim, denn die Behandlungskosten von 2500Euro konnte ich nach der Nasen-OP nicht aufbringen. Aber weder das Tierheim, noch der Tierschutz halfen mir. Nachdem ich mein Leid geklagt hatte, wurde ich bei Anrufen weggedrückt und meine E-Mails wurden auch nicht beantwortet.

Nun stand ich da - mit meinem Ausbildungsgehalt, einer eigenen Wohnung und einem Hund, dem ich aufgrund der schon aufgebrauchten Rücklagen nicht helfen konnte!

Ich wusste nicht mehr weiter und klagte meiner Hundefutterlieferantin mein Leid. Sie kennt den Verein Tiere für Tiere und gab mir sofort die Telefonnummer. Schon am nächsten Tag kamen zwei Vereinsmitglieder zu mir und besuchten mich und meinen Barras. Sie gaben mir wertvolle Tipps, auch im Bezug auf eine Hüftoperation oder eine Goldakupunktur. Sie versicherten mir, zu helfen "wie auch immer es möglich ist". Das war der erste Lichtblick in Barras` Leidensgeschichte, denn bisher hatte mir keiner helfen können oder helfen wollen.

Der Verein Tiere für Tiere hat sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Barras zu unterstützen, worüber ich heute noch unendlich dankbar bin!

Vom Pech verfolgt erlitt Barras während der Kontaktaufnahme zum Verein noch einen Kreuzbandriss und konnte sich nur noch auf drei Beinen fortbewegen. Es war der reinste Horror, aber durch den Rat der Vereinsmitglieder habe ich mich für die Goldakupunktur entschieden. Auch hier war der Verein Tiere für Tiere sehr schnell und professionell. Über Nacht wurde alles geklärt, sodass Barras einen spontanen Akupunktur-Termin wahrnehmen konnte.

Auch die Kreuzband-OP ging bisher gut über die Bühne. Barras wird wieder kräftiger und läuft schon wieder auf vier Beinen. Diese Operation wird von der OP-Versicherung übernommen und gerade geprüft und bearbeitet.

Ohne den Verein Tiere für Tiere würde Barras weder richtig aufstehen, noch vernünftig laufen können. Ich bitte und empfehle jedem, diesen Verein zu unterstützen und zu fördern. Wie schnell jemand in eine auswegslose Situation geraten kann, musste ich als Komissarsanwärterin am eigenen Leib erfahren.

Manchmal muss es einfachEngel geben, wenn die Traumvorstellung von der Realität verdrängt wird =)

Vielen Dank an die Besitzerin von Barras für den Bericht.

(Fall 14 aus 2011)